<% @ LANGUAGE=VBScript LCID=1031 %> <% Option Explicit %> <% Dim Nummer, Beginn, Ende, BeginnOhneJahr Dim objNLCon, strNLCon, objLastCon, strLastCon Dim objNLRS, strNLSQL, objLastRS, strLastSQL Nummer = 118 Beginn = "3.9.2010" Ende = "17.9.2010" BeginnOhneJahr = left(Beginn, len(Beginn) - 4) 'Dieses Script zählt die Seitenaufrufe mit, sobald in interstellarum.mdb > Newsletter ein Eintrag für diesen Newsletter 'existiert. Da ein anderes Script im Menü von interstellarum.de immer die aktuelle Ausgabe danach berechnet, 'DIESEN BITTE ERST KURZ VOR VERSENDEN ANLEGEN strLastCon = "Provider=Microsoft.Jet.OLEDB.4.0;Data Source=" & Server.MapPath("/App_Data/interstellarum.mdb") Set objLastCon = Server.CreateObject("ADODB.Connection") objLastCon.Open strLastCon Set objLastRS = Server.CreateObject("ADODB.Recordset") strLastSQL = "SELECT Top 1 * FROM Newsletter Order By Nummer Desc" objLastRS.Open strLastSQL, objLastCon, 0, 2, 0 'Nummer in Datenbank? > Hochzählen! If objLastRS("Nummer") = Nummer Then strNLCon = "Provider=Microsoft.Jet.OLEDB.4.0;Data Source=" & Server.MapPath("/App_Data/interstellarum.mdb") Set objNLCon = Server.CreateObject("ADODB.Connection") objNLCon.Open strNLCon Set objNLRS = Server.CreateObject("ADODB.Recordset") strNLSQL = "SELECT * FROM Newsletter WHERE Nummer = " & Nummer objNLRS.Open strNLSQL, objNLCon, 0, 2, 0 objNLRS("Angesehen") = objNLRS("Angesehen") + 1 objNLRS.Update objNLRS.Close objNLCon.Close End If objLastRS.Close objLastCon.Close %> interstellarum – Astronomie-Newsletter <% Response.Write Nummer %> 20 And minute(now) <= 40 Then Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg2.jpg);'") Else Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg3.jpg);'") End If %> onload="startList()"> <% =NLBannerTop %> <% =NLBannerRight %>
INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe <% Response.Write Nummer %> vom <% Response.Write Beginn %>
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

3.9. 14:34:53 MESZ Merkur in Unterer Konjunktion
8.9. 12:29:54 MESZ Neumond
11.9. 13:36:00 MESZ Mond bei Venus, Mond 1° 3' südlich
15.9. 07:49:49 MESZ Mond Erstes Viertel
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
LINKS ZUM ARTIKEL
Aktuelle Jupiterbilder:
www.planetenaktuell.de
Jupiterbilder einsenden:
www.interstellarum.de/aktuelleereignisse.asp
Anleitung zu Jupiterbeobachtung 2010:
www.damianpeach.com/jup2010.htm
 
 
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Entwicklungen rund um den GRF vom 7. bis 15.8.2010. Rot markiert sind Flecken am STB-Nordrand, die sich auf den GRF zubewegen. Der grüne Pfeil markiert die dem Fleck in Rotationsrichtung folgende Schulter der Einbuchtung im SEB. Blau markiert ist ein kleiner heller Fleck in der STrZ. [John Rogers, BAA]

Spektakuläre Szenen spielen sich derzeit auf Jupiter ab: Der Große Rote Fleck (GRF), eindrucksvoll orange und aufgrund des Verschwindens des Südlichen Äquatorbandes (SEB) so auffällig wie selten in den letzten Jahren, wird vom letzten der klassischen, ehemals weißen ovalen Flecke im STB passiert. Diese Passage ist indes keine Seltenheit, denn sie beruht auf den verschiedenen Windgeschwindigkeiten in Jupiters Wolkensystem: Während sich die Südtropische Strömung, in der sich der GRF befindet, leicht von kleineren hin zu größeren Längen (gegen Rotationsystem II) bewegt – derzeit liegt der Fleck bei 155° Länge – wandert das Oval BA mit der Strömung am Nordrand des benachbarten STB genau entgegengesetzt von großen zu kleinen Längen. Etwa alle zwei Jahre sind deshalb solche Begegnungen zu erwarten.

Obwohl das Oval BA derzeit ebenfalls wie der GRF orange eingefärbt ist, handelt es sich morphologisch um ein klassisches Weißes Oval (»White Oval Spot«, WOS) – tatsächlich ist BA kein neues Objekt, sondern entstand aus der Verschmelzung dreier weißer Ovale, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtet werden. Die Einfärbung ist wahrscheinlich nur temporärer Natur.

Neben der Fleckenbegegnung sollten Jupiterbeobachter größtes Augenmerk auf das verschwundene SEB richten – niemand weiß, wann es wiederkehren wird. Wenn es jedoch soweit ist, beginnt der vielleicht spektakulärste und dynamischste atmosphärische Prozess im Sonnensystem, der mit Amateurmitteln zu verfolgen ist.

Ronald Stoyan

 

Keine drei Monate nach dem Meteorblitz auf Jupiter am 3. Juni, der damals parallel von Amateurastronomen in Australien und auf den Philippinen aufgezeichnet worden war, hat sich das Schauspiel wiederholt, und wieder in Fernost: Während die beiden Juni-Beobachter diesmal wegen Wolken ausfielen, waren am 20. August um 18:21:56 UTC nun japanische Amateurastronomen an drei verschiedenen Standorten erfolgreich. Ihre parallelen Videoaufzeichnungen, zum Teil mit recht kleinen Teleskopen entstanden und von geringer Auflösung, erlauben keinen Zweifel, dass sich auch dieser sekundenlange Blitz auf dem Jupiter selbst abgespielt hat – und außer dem Impakt eines anderen Himmelskörpers ist kein Mechanismus bekannt, der so etwas verursachen könnte. Wie schon nach dem Juni-Blitz gab es auch diesmal keinerlei erkennbare Spuren auf den Wolken an der Explosionsstelle, die am Nordrand des NEB auf 17° Breite und bei 140° Länge im Rotationssystem II lag: Der Impaktor hat es wieder nicht geschafft, in die tieferen Atmosphärenschichten vorzudringen und eine Fontäne dunklen Auswurfmaterials zu produzieren, wie es nach den Jupiter-Stürzen von 1994 und 2009 der Fall war. Nicht nur Serien besonders scharfer Amateurbilder – dank der nahen Opposition des Planeten – rund um den Impakt belegen dies, sondern auch Beobachtungen mit dem 10m-Keck-Teleskop auf Hawaii, die direkt vor und nach dem Impakt erfolgten. Den Blitz selber verpassten die Profis leider, da es zur der Zeit in Hawaii bereits hell war.

Ein Einzelbild aus dem japanischen Jupiter-Video, auf dem der Impaktblitz vom 22. August zuerst entdeckt wurde: Es entstand mit einem 150mm-Refraktor und einer TouCam. [Masayuki Tachikawa]

Die vermeintliche Häufung von Impaktblitzen in letzter Zeit dürfte nicht real sein, sondern auf die immer bessere Überwachung des Planeten durch Amateure mit Videotechnik zurück gehen: Schon versuchen Planetenforscher zu ergründen, wie viel Prozent der Zeit eigentlich Kameras auf den Jupiter gerichtet sind. Und die Programmierer von Stacking-Software sind aufgerufen, eine automatische Detektion solch kurzen Aufglühens nur weniger Pixel einzubauen. Immerhin steckt in derlei Beobachtungen die Raumdichte kleiner Körper in Jupiternähe, und die wiederum wird benötigt, um aus der Kraterdichte auf den Jupitermonden das Alter der Oberflächen zu berechnen. Die beiden Impaktblitze von 2010 waren übrigens nicht die ersten, die je auf dem Jupiter beobachtet wurden, und auch die Explosion des letzten Fragments von Shoemaker-Levy 9 nicht, das 1994 die Raumsonde Galileo verfolgen konnte. Bereits am 5. März 1979 hatte die Raumsonde Voyager 1 mit ihrer Röhren-TV-Kamera auf der Nachtseite des Planeten einen kleinen Feuerball gesehen, der als Einschlag eines 11kg-Körperchens von nur 14cm Durchmesser interpretiert wurde. Und am 26. Oktober 1983 war der Jupitermond Io während Beobachtungen von der Erde aus – wiederum mit einer aus heutiger Sicht antiken Fernsehkamera – einige Sekunden lang deutlich heller geworden. Auch das war auf den Impakt eines – in diesem Fall 5km großen – Körpers auf die Rückseite Jupiters zurückgeführt worden, dessen Blitz den Mond anstrahlte. Damals hätte ein gewaltiger dunkler Fleck auf den Wolken des Planeten entstehen müssen – nach dem man auf damaligen Fotos und Zeichnungen durchaus einmal suchen könnte.

Daniel Fischer

 
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AAVSO Variable Star of the Season:
www.aavso.org/vsots_sscyg
 

Die helle Zwergnova SS Cygni bei 21h 42min 42,8s und +43° 35' 10" (2000.0) zeigt normalerweise alle 6 bis 8 Wochen einen Helligkeitsausbruch vom Ruhelicht mit 12m auf ein wenige bis zehn Tage dauerndes Maximum, das 8m erreicht. Auch bei diesem kataklysmischen System umkreisen sich ein Weißer Zwerg und ein entwickelter Stern und es kommt zum Massenaustausch.

Am 30.8. hat SS Cyg einen neuen Helligkeitsausbruch begonnen und ist bis 1.9. bereits 8 ,m7 hell geworden. Eine Überwachung des Systems gelingt schon mit sehr kleinen Fernrohren und ist wertvoll. Durch die rasche Folge von Helligkeitsausbrüchen wird die Beobachtung von SS Cygni nicht langweilig.

Wolfgang Vollmann

 
 
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AAVSO Alert Notice 423:
www.aavso.org/aavso-alert-notice-423
Hintergrund:
www.adsabs.harvard.edu/abs/2005A&A...430..629A
 

Der kataklysmische Veränderliche Stern V455 And, eine Zwergnova vom Typ WZ Sge, ist jetzt gegen Mitternacht bei 23h 34min 01,45s und +39° 21' 40,9" (2000.0) im Sternbild Andromeda zu finden. Der Stern ist ein besonders interessantes »Versuchslabor« für diesen Sterntyp, bei dem ein Weißer Zwerg Materie von einem Spenderstern aufsammelt und von Zeit zu Zeit in einem Helligkeitsausbruch aufleuchtet.

Normalerweise ist V455 And 15m bis 16m hell. Der letzte beobachtete Helligkeitsausbruch im September 2007 erreichte 8m. Für den Zeitraum 8. bis 13.9. sind Beobachtungen des Systems mit dem Hubble Space Telescope geplant. Die Instrumente können allerdings nur dann messen, wenn sich der Stern im Helligkeitsminimum befindet. Daher ist die Mithilfe der Amateurastronomen wichtig: Ab sofort und bis voraussichtlich 20.9. sollten Beobachtungen gemacht werden, die Sterne mit 14m oder schwächer zeigen (visuell oder mit CCD-Kameras). Helligkeitsbeobachtungen und erfolglose Sichtungen schwächer als 14m sind wertvoll und sollten umgehend an die AAVSO gemeldet werden.

Wolfgang Vollmann

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG

Jenem geheimnisvollen Etwas, das rund 72% der Energiedichte des Universums ausmacht, für die beschleunigte Expansion des Kosmos sorgt und mathematisch gesehen einen negativen Druck aufweist, kommt die beobachtende Astronomie nur langsam näher: Nachdem sich das 1998 entdeckte Phänomen dank vielfacher unabhängiger Indizien nicht mehr weg diskutieren ließ, ist die große Aufgabe dieser Tage die Messung von »wx«. Dahinter verbirgt sich das Verhältnis von Druck und Energiedichte der Dunklen Energie, und in der Regel wird ein Wert von exakt –1 erwartet: Das wäre dann die schon von Einstein rein mathematisch eingeführte Kosmologische Konstante, was allerdings die konkrete physikalischen Bedeutung offen lässt.

Um den Wert von wx einzugrenzen, muss besonders großräumig gemessen werden, so dass sich die Eigenschaften des Raumes als Ganzem bemerkbar machen: Das trägt etwa die globale Analyse der kosmischen Hintergrundstrahlung mit dem WMAP-Satelliten bei, die Helligkeitsmessung vieler ferner Supernovae oder die Vermessung des räumlichen Dichtemusters des Kosmos. Oder aber die Ausnutzung des starken Gravitationslinseneffekts durch einen Galaxienhaufen, der die Bilder weit dahinter stehender Galaxien in charakteristischer Weise verzerrt. Das Muster der Verzerrungen hängt stark von der Massenverteilung im Galaxienhaufen ab, die erst einmal zuverlässig modelliert werden muss, während die Positionen der »Bilder« erheblich vom Abstand zwischen Haufen und gelinster Galaxie bestimmt werden – und der ist abhängig von den fundamentalen kosmologischen Parametern inklusive einer Kombination aus wx und der Massendichte des Alls. Am Beispiel von Abell 1689 ist dies nun erstmals durchexerziert worden: Dieser Haufen macht aus 34 identifizierbaren Hintergrundgalaxien 114 Bilder. Nur die Galaxien mit den besten gemessenen Rotverschiebungen und geometrisch günstiger Lage wurden verwendet – und das Ergebnis mit WMAP und anderen kosmologischen Daten kombiniert. Heraus kam schließlich ein Wert von –0,97±0,7: Das ist um 30% genauer als jede andere Aussage zur Dunklen Energie in der Tat bestens mit der Kosmologischen Konstanten verträglich.

Daniel Fischer

 
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Rush to the Poles:
arxiv.org/abs/1002.2401v2
Minimum & Prognose:
arxiv.org/abs/1008.0375
Waldmeier-Gesetz:
arxiv.org/abs/1008.2931
 

Seit die Sonnenaktivität langsam wieder ansteigt, sind die am langen Minimum verzweifelten Theoretiker aufgewacht: Endlich gibt es Messgrößen, anhand derer – und mehr oder weniger eindrucksvoller empirischer Gesetze aus der Vergangenheit – eine Prognose über die weitere Entwicklung gewagt werden kann.

Die Sonnenaktivität von 1973 bis 2009, etwa halbjährlich gemittelt: Dargestellt ist die Intensität von Eisen-XIV-Emission, wie sie ein Koronaphotometer auf dem Sacramento Peak misst. Sowohl die generelle Bewegung dieser Emission zum Äquator hin (erweitertes Schmetterlingsdiagramm) wie auch der gegenläufige »Rush to the Poles« sind zu erkennen. [Altrock]

Zum Beispiel mit Hilfe des »erweiterten« Fleckenzyklus, der sich nicht durch Flecken, sondern die Intensität der Sonnenkorona-Emission über der Oberfläche bemerkbar macht: Sie wird bereits seit 1973 regelmäßig gemessen, und in einem Diagramm, das solare Breite gegen Zeit aufträgt, sind klare Trends erkennbar. Schon ein Jahrzehnt vor Ausbildung der Flecken setzt eine Bewegung der hellsten Zone äquatorwärts ein – so hat der neue Zyklus Nr. 24 bereits im Jahr 1999 auf 70° Breite begonnen, wobei er um rund ein Drittel langsamer verläuft als bei den vorangegangenen Zyklen. Es gibt aber auch eine schnellere gegenläufige Bewegung, die »rush to the poles« genannt wird und zuletzt 2005 auf der Nordhalbkugel einsetzte – und mit 4,6°/Jahr sogar nur halb so schnell verläuft als bei den drei Zyklen davor. Nun trat in der Vergangenheit das Sonnenmaximum immer dann ein, wenn diese Bewegung eine Breite von 76°±2° erreichte: Das wäre beim gegenwärtigen Trend Mitte 2013. Sollte allerdings ein anderes »Gesetz« gelten, wonach das Maximum 1,5 Jahre vor Erreichen des Nordpols liegt, was Mitte 2016 geschehen sollte, dann wäre es sogar erst Ende 2014 so weit. Über die Höhe des Maximums sagt diese Methode übrigens nichts aus.

Dazu könnte hingegen der Verlauf des Anstiegs der Sonnenaktivität nach dem Minimum etwas sagen, dessen Zeitpunkt erst einmal festgelegt sein will. Mit gleich vier Methoden haben dies bulgarische Astronomen versucht, die die Zeitreihen der solaren Radiostrahlung, der Fleckenzahl, der Strahlungsintensität der Sonne insgesamt und der täglichen Zahl der Röntgenflares von Anfang 2006 bis Anfang 2010 durch Polynome miteinander verglichen. Bis auf die Intensität, die schon im Sommer 2008 ihr Minimum erreichte, lagen die Minima alle im Oktober oder November 2008, mit dem 6. November 2008 als bestem Wert. Da der 23. Zyklus im Mai 1996 begonnen hatte, war er 12,6 Jahre lang – und das erste Jahr des 24. war, was sowohl die mittlere Fleckenzahl wie auch die Radiostrahlung betrifft, deutlich »schwächer« als die ersten Jahre der Zyklen 19 bis 23. Das allein kann man schon als Indiz sehen, dass es insgesamt ein schwacher Zyklus wird, aber es gibt auch konkret den »Waldmeier-Effekt«, nach der die Höhe des Maximums proportional zur Geschwindigkeit des Anstiegs, d.h. der zeitlichen Ableitung der Fleckenzahl, ist. Dieser Zusammenhang ist nicht besonders scharf, aber er würde bedeuten, dass nur eine maximale Fleckenzahl von 70±30 erreicht werden wird – dramatisch weniger als die 120 des 23. Zyklus und eine der schwächsten der letzten Jahrhunderte überhaupt. Wie glaubwürdig diese Prognose ist (zu der das besonders späte Maximum der anderen Analyse passen würde), lässt sich schwer abschätzen, aber nach einer weiteren Studie aus Indien ist dieser Waldmeier-Effekt sogar ein klareres Gesetz als bisher gedacht.

Daniel Fischer

 
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HD 10180:
www.eso.org/public/news/eso1035
Kepler 9b/c:
www.cfa.harvard.edu/news/2010/pr201013.html
KOI-377.03:
arxiv.org/abs/1008.4393
 

Ein fremder Stern mit bis zu sieben Planeten, ein anderer mit zwei Planeten, die beide vor dem Sternscheibchen herziehen und sich gegenseitig deutlich stören, dazu vielleicht der masseärmste (1,4 Erdmassen) sowie der kleinste (1,4 Erddurchmesser) Exoplanet: Zwei Veröffentlichungen in zwei Tagen Abstand haben die Charakterisierung fremder Planetensysteme Ende August ein gehöriges Stück voran gebracht.

Der Aufbau der ersten 15 bekannten Planetensysteme mit mindestens drei nachgewiesenen Planeten, sortiert nach zunehmender Gesamtmasse: Die (minimalen) Planetenmassen werden durch die Größe der Kreise visualisiert, die Abstände sind logarithmisch aufgetragen, so dass Muster wie das Titius-Bode-Gesetz des Sonnensystems auffallen. [Lovis et al.]

Das wahrscheinlich reichste System um den sonnenähnlichen Stern HD 10180 ist eine Entdeckung mit dem Spektrographen HARPS am 3,6m-Teleskop der ESO: Von fünf »Neptunen« mit (Minimal-)Massen von 12 bis 25 Erdmassen und Umlaufszeiten von 6 bis 602 Tagen ist der Effekt auf die Radialgeschwindigkeit in 190 Messungen über mehr als 6 Jahre hinweg eindeutig. Dazu kommen noch eine längere Periode, die ein 65-Erdmassen-Planet mit ca. 6 Jahren Umlaufszeit verursachen dürfte – und eine vage, sehr schnelle Variation der Radialgeschwindigkeit mit 1,2 Tagen Periode und nur 80cm/s Amplitude: Hierfür könnte ein siebter Planet mit nur 1,35 Erdmassen Minimum verantwortlich sein, der dann der masseärmste bisher nachgewiesene Exoplanet wäre. Von einer »zweiten Erde« könnte man in nur 3,3 Mio. km Abstand vom Stern allerdings schwerlich sprechen: Die Hitze wäre enorm, zumal HD 10180 die anderthalbfache Sonnenleuchtkraft besitzt. Seine bis zu sieben Planten bilden das »reichste« bisher entdeckte Exoplanetensystem, eines von mindestens 14, die in der Grafik zusammen mit dem Sonnensystem dargestellt sind: Jedes hat eine andere »Architektur«, aber drei oder vier teilen die Eigenschaft des Sonnensystems, dass die Abstände der Planeten einem relativ scharfen Potenzgesetz im Stil der mysteriösen Titius-Bode-Reihe folgen.

Die andere fundamentale Entdeckung stammt vom Satelliten Kepler, der Planeten durch Transits vor ihren Sternscheiben entdeckt: Das System Kepler 9 ist das erste, bei dem zwei eindeutige Planeten abwechselnd das Sternlicht abschwächen. Nicht nur konnten beide auch durch ihren Effekt auf die Radialgeschwindigkeit des Sterns als eindeutige Planeten von Saturnformat – mit 80 bzw. 54 Erdmassen – identifiziert werden: Sie stören ihre Bahnen auch gegenseitig erheblich. Der innere hat eine Umlaufsperiode von 19,2 Tagen, kommt aber pro Durchgang 4 Minuten später, der äußere dagegen erscheint alle 38,9 Tage und jeweils 39 Minuten früher. Zwischen beiden Planeten besteht eine Bahnresonanz von nahe 1:2, eine besonders stabile Konfiguration, bei der Bahnenergie abwechselnd in beide Richtungen übertragen wird. Um das exakte Zahlenverhältnis von 1:2 oszillieren sie etwa alle 4 Jahre und das schon seit 2 Milliarden Jahren. In den Photometrie-Daten von Kepler 9 gibt es auch vage Hinweise auf Transits eines extrem kleinen Planeten alle 1,6 Tage, der nur 1,4 Erddurchmesser hätte und damit der kleinste bisher bekannte wäre. Ihn betrachten die Kepler-Auswerter offiziell nur als Kandidat mit der Nummer KOI-377.03, doch er hat bereits einen wichtigen Test seiner Planetennatur absolviert. Die größte Quelle »falscher« flacher Planetentransits sind bedeckungsveränderliche Sterne nahe der Sichtlinie, deren Licht sich zum beobachteten Stern addiert. Eine ausgefuchste Software namens BLENDER simuliert derartige Konstellationen mit vielen freien Parametern – und hat bei den ohnehin unstrittigen Planeten Kepler-9b und -9c unabhängig gezeigt, dass solch ein Fall hier nicht vorliegen kann. Bei KOI-377.03 liegt die Wahrscheinlichkeit für einen falschen Planeten nur noch bei 1:170.

Daniel Fischer

Über kaum einen Exoplaneten wurde so viel geschrieben – und haben sich Theoretiker so viele Gedanken gemacht – wie über CoRoT-7b: 5 bis 7 Erdmassen soll er haben, eine so hohe Dichte, dass er felsiger Natur sein muss, und da sind auch noch ein oder zwei weitere Planeten im System. Oder etwa nicht? Der Stern CoRoT-7 ist sehr aktiv, und wenn seine Rotation Sternflecken über sein Scheibchen bewegt, kommt im Spektrum ein Dopplereffekt zustande, der der Wirkung von Exoplaneten sehr ähnlich ist.

Ein ziemlich frech formuliertes Paper glaubt nun beweisen zu können, dass Sternflecken praktisch das gesamte Dopplersignal von CoRoT-7 erklären können und allenfalls ein mäßig signifikantes Signal von einem Planeten übrig bleibt. Und dieser CoRoT-7b (die anderen beiden gäbe es gar nicht) hätte dann nur zwischen einer und vier Erdmassen und mithin eine geringe Dichte (ein »Mini-Neptun«), womit alle theoretischen Arbeiten zu einem felsigen CoRoT-7b Makulatur seien. Die CoRoT-Forscher beharren jedoch auf mindestens zwei nachgewiesen Planeten, wie ein deutscher Vertreter erklärte: Entsprechende Veröffentlichungen seien auch bereits akzeptiert, das kritische bislang nur eingereicht ...

Daniel Fischer

 

Manche Pulsare sind außerordentlich genaue Uhren, in der Milchstraße rund um die Sonne verteilt: Das macht sie interessant zum Beispiel für die Jagd auf Gravitationswellen, die den ganzen Raum verformen und die Ankunftszeiten der Pulse an der Erde auf charakteristische Weise verändern würden. Solch ein Effekt wurde bislang nicht gesehen, doch es gibt ein ungewöhnliches »Abfallprodukt«: Nur wenn man die Massen der Planeten im Sonnensystem extrem genau kennt und herausrechnet, die die Bahn der Erde – und damit der Radioteleskope, die die Pulse empfangen – leicht beeinflussen, sind die gesuchten Schwankungen der Pulszeiten zu erkennen.

Die für die Analyse verwendeten Massen sind offenbar alle korrekt, denn die Pulsare »laufen« alle konstant. Die Massen mancher Planeten (samt aller ihrer Monde) sind auf diesem Wege derzeit ungefähr so präzise zu ermitteln wie bei den Vorbeiflügen von Raumsonden – aber spezielle Messkampagnen könnten sie mit Hilfe der Pulsare innerhalb weniger Jahre sogar noch deutlich verbessern, womit wiederum der Navigation von interplanetaren Raumsonden und Ephemeridenrechnungen im Allgemeinen gedient wäre.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1008.4399
UCAR-Veröffentlichung:
www2.ucar.edu/news/distant-star-sound-waves-reveal-cycle-similar-sun
NSF-Veröffentlichung:
www.nsf.gov/news/news_summ.jsp?cntn_id=117554
 

Dass Sterne dasselbe Auf und Ab der direkt sichtbaren Aktivität – Flecken, UV-Emission etc. – wie unsere Sonne zeigen, ist schon lange bekannt, aber nun konnte auch ein weiterer Aspekt eines Aktivitätszyklus bei einem anderen Stern nachgewiesen werden: Veränderungen ihrer internen Schwingungen. Diese machen sich über Variationen der Gesamthelligkeit bemerkbar, und der Satellit CoRoT hat beim Stern HD 49933 über 50 dieser Schwingungsmoden nachweisen können. Man konnte auch messen, wie sich mehrere Größen innerhalb weniger hundert Tage im Rhythmus der Gesamtaktivität des Sterns veränderten.

Daniel Fischer

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 

Termine vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

9.–12.9. 11. Herzberger Teleskoptreffen (HTT), Sportlerheim Jeßnigk AstroTeam Elbe-Elster Ralf Hofner, Walther-Rathenau-Str. 4b, 04895 Falkenberg, 035/36535270, info@herzberger-teleskoptreffen.de, www.herzberger-teleskoptreffen.de
9.–12.9. 9. Teleskoptreffen Mirasteilas, Falera José De Queiroz, 0041/81/9212555, teleskoptreffen@mirasteilas.net, www.mirasteilas.net
9.–12.9. 9. Almberg-Teleskoptreffen (ATM), Mitterfirmiansreuth Andreas Hattinger, Passauer Str. 10b, 94161 Ruderting, 0171/8802039, andreas.hattinger@gmx.net, www.almberg-treffen.de
9.–12.9. 10. Internationales Heide Teleskoptreffen (IHT), Reinsehlen Nils Kloth, 0173/5178429, IHT@astrogarten.de, www.astrogarten.de
10.–12.9. 4. Anfänger- und Praxisworkshop Spektroskopie, Starkenburgsternwarte Heppenheim Fachgruppe Spektroskopie der VdS, Lothar Schanne, lschanne@arcor.de, www.spektroskopie.fg-vds.de/anfaenger2010_d.htm
11.9. 4. Schweizer Astronomietag, Swissôtel Le Plaza, Basel Barbara Burtscher, Hammerstr. 78, CH-8032 Zürich, burtscher@astrophysics.ch, www.Astronomietag.ch
17.–19.9. Workshop Sonne, Teichmühle Großhartmannsdorf Günter Stein, G.-Hauptmann-Str. 4, 09599 Freiberg, guenter.stein@online.de, www.vds-sonne.de
17.–19.9. 23. BAV-Veränderlichen-Tagung, Westfälische Volkssternwarte Recklinghausen BAV e.V., Werner Braune, Münchener Str. 26-27, 10825 Berlin, 030/7848453, zentrale@bav-astro.de, www.bav-astro.de
18.9. 5. Internationale Astronomiemesse AME in Villingen-Schwenningen Siegried Bergthal, 0741/2706210, info@astro-messe.de, www.astro-messe.de
 
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euro EMC-Sonnenzubehör:
www.euro-emc-astro.de/de/produkte.html
 
Leichtes Auffinden der Sonne und deren sichere Beobachtung versprechen die neuen EMC-Produkte.

Nach Vorstellung des Säulenstativs S130 zu Jahresbeginn (vgl. Newsletter 101), hat die Firma euro EMC GmbH nun ihre Produktpalette um Zubehör zur Sonnenbeobachtung erweitert. Zum einen handelt es sich dabei um eine Serie von Objektiv-Sonnenfiltern mit Durchmessern von 48mm bis 198mm. Bei diesen Filtern wird eine Astro-Solar-Filterfolie von Baader Planetarium (wahlweise ND5 oder ND3,8) plan zwischen zwei Ringe aus Aluminium eingespannt. Die sichere Fixierung an Tubus oder Taukappe erfolgt laut Hersteller durch vier Gewindestifte aus Polyamid, deren Klemmwirkung eingestellt werden kann. Die kleinsten Filtergrößen mit 48mm bzw. 58mm freiem Durchmesser sind an der Fassung auf einer Seite angeschnitten und ermöglichen damit den paarweisen Einsatz an Ferngläsern. Als Sondergröße steht derzeit auch ein Modell speziell für das Miyauchi 20×100 zur Verfügung. Die Auslieferung der Filterfassungen erfolgt in Einzelteilen inklusive der Filterfolie. Die Preise reichen von 21,50€ bis 59€.

Ebenfalls neu im Programm ist ein Sonnensucher, der mittels Lochblende das Sonnenbild auf eine Mattscheibe projiziert. Zur Montage steht optional eine kleine Basis für Tubusdurchmesser bis 150mm, eine große Basis für Tubusdurchmesser bis 300mm oder ein Montageblech für die Aufnahme in einer Telrad-Basis zur Verfügung. Der eigentliche Sucher kostet 27€, die Preise für eine Basis reichen von 8,80€ bis 9,90€.

Frank Gasparini

 
 
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AAV Lü-Steilas:
www.alpineastrovillage.com
 
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Drei Kuppeln auf 1935m beherbergt die Sternwarte AAV Lü Steilas.

Ganz im Osten der Schweiz, nahe der Grenze zu Südtirol und Österreich, befindet sich der Standort von Alpine Astro Village (AAV) Lü Steilas. Jitka und Václav Ourednik, astronomiebegeisterte Schweizer tschechischer Abstammung, haben hier auf 1935m Höhe im abgelegenen Val Müstair eine Urlaubssternwarte für Astrofotografen etabliert.

Drei Sternwartenkuppeln enthalten schwere Goto-Montierungen und jeweils als Optiken ein Takahashi Mewlon 300, Takahashi FSQ-106 und Meade 14" ACF. Als Kameras stehen eine SBIG ST-10XME, Apogee Alta U16M sowie eine SBIG ST-4000XCM zur Verfügung. Jede der Sternwarten ist gegen eine Miete ab 130 Franken pro Nacht (ca. 100 Euro) buchbar. Die Gastgeber bieten an, die Mietkosten bei schlechtem Wetter zurück zu erstatten bzw. mit zukünftigen Aufenthalten zu verrechnen. Es ist sogar möglich, die Teleskope im robotischen Betrieb zu mieten.

Die zusammen mit den Sternwarten neu im Jahr 2009 aufgebaute Unterkunft für die Sternfreunde liegt direkt nebenan. Zu Preisen ab 75 Franken kann man sich zu dritt, zweit oder allein in Appartments mit Küche einmieten. Frühstück oder Halbpension sind wahlweise zuzüglich buchbar.

Doch AAV Lü Steilas ist mehr als ein reines Urlaubsdomizil: Regelmäßig werden öffentliche Führungen und Kurse angeboten. Geplant ist die Gründung eines Astro-Clubs und die Zusammenarbeit mit Schulen. Interessenten können sich auch auf eine ganz spezielle, typisch Schweizerische Art beteiligen: Als Aktionär kann man die Sternwarte finanziell unterstützen und von einer positiven Entwicklung gleichzeitig profitieren.

Ronald Stoyan

 
 
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Offener Brief an Bund und Länder:
www.lutz-clausnitzer.de/as/ProAstro-Sachsen/Offener_Brief_an_Bund_und_Laender.pdf
Auswertung der Diskussion:
www.lutz-clausnitzer.de/as/ProAstro-Sachsen/Clausnitzer_AstroAllgemeinbildung_August2010.pdf
Deutsche Gesellschaft für Schul-Astronomie:
www.dgsa-astro.de
 

Grundlegende astronomische Kenntnisse und Kompetenzen sollten längst zur Allgemeinbildung und somit in die Schulen gehören. Aber welcher Lehrer kann die spannende Geschichte von den Anfängen der Astronomie über Galileis Fernrohr und das Verstehen der Sterne bis zur modernen Kosmologie erzählen? Wer erklärt den Schülern, wie die Astrologie entstand und warum sie heute ausgedient haben sollte? Wer weiß von kosmischen Katastrophen der Erdgeschichte und deren Einfluss auf die Evolution des Lebens und kennt den Weg von der Astro- zur Satellitennavigation? Was war vor der Erde da und woher kommen die chemischen Elemente? Worin und warum unterscheiden sich Mars und Jupiter voneinander? Beeinflusst der Mond unser Leben? Wozu brauchen wir die Raumfahrt? Welcher Lehrer führt die Schülern unter den Sternhimmel und zeigt ihnen im Fernrohr Mondkrater und die Ringe des Saturns? – Viele haben verstanden: Das kann man in der Regel von keinem anderen Lehrer erwarten als von einem Astronomielehrer.

Deshalb schlossen sich 2009 die Internationale Astronomische Union, die Internationale Astronautische Föderation, die Europäische Astronomische Gesellschaft, der Deutsche Kulturrat, der Rat Deutscher Planetarien, die neun deutschen Raumfahrer und 270 weitere exponierte Unterzeichner zusammen, um in einem »Offenen Brief an Bund und Länder« die deutschlandweite Einführung des Unterrichtsfaches Astronomie und die Ausbildung von Astronomielehrern zu empfehlen. Bedenkt man, dass dabei interdisziplinäres Lernen geübt wird und davon auch andere Fächer profitieren, erscheint die Forderung nach zwei Wochenstunden nur in Klasse 10 sogar moderat. Die Unterzeichner kamen auch nicht mit leeren Händen und zeigten, dass das Fach kein Experiment mit unbestimmtem Ausgang, sondern in drei deutschen Bundesländern seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Realität ist. Seit 2006 schrieben mehr als zehn weitere Autorenteams in ähnlicher Weise an die Landtage und Kultusverwaltungen. Es mag der überaus kompetenten und bedeutenden Unterzeichnergemeinde geschuldet sein, dass gerade dieser Brief vielerorts ausgiebig diskutiert wurde. Soeben ist eine interessante Auswertung mit vielen Zitaten aus Politik und Fachwelt erschienen.

Lutz Clausnitzer

Erst als »Star Hustler«, dann als »Star Gazer« erreichte Jack Horkheimer – der langjährige Direktor des Planetariums von Miami – jede Woche bis zu 6 Millionen Zuschauer, die seinen nur fünf Minuten langen Sendungen folgten; 1708 Episoden sind es schließlich geworden. Sie waren einmalig, konzentrierten sie sich doch ganz auf jene Aspekte der Astronomie, denen man bereits mit dem bloßen Auge folgen konnte.

Berührungen mit der Fachastronomie hielten sich da in Grenzen, und so mancher hatte auch Probleme mit dem lockeren Stil Horkheimers, der zuweilen das eigentliche Himmelsobjekt zu dominieren drohte (vor allem wenn er – per TV-Trick – auf den Saturnringen o.ä. lümmelte). Der Aufforderung »Keep looking up!« am Ende jeder Sendung konnte sich indes kaum ein Zuschauer entziehen, und Horkheimer spielte darauf auch auf seinem Grabstein an, den er – schon immer an schweren Erkrankungen der Atemwege leidend und nun mit 72 verstorben – selbst entworfen hatte: »In meiner jetzigen Lage kann ich wenig anderes tun!«

Daniel Fischer

 

Die Medien des Landes – und erst recht seine zahlreichen Amateurastronomen – überschlugen sich förmlich: In rascher Folgen haben indische Schüler mit der Software Astrometrica mehrere Hauptgürtelasteroiden auf aktuellen Bildern zweier kleiner US-Teleskope entdeckt, die im Rahmen eines Bildungsprogramms an Schulen in elf Ländern verteilt werden. Allerdings erfolgte nur in einem Fall die Rückmeldung schnell genug, um offiziell als (vorläufiger) Entdecker geführt zu werden, und alle vier Funde haben auch nur provisorische Nummern erhalten: Sofern die beobachteten Bahnbögen kurz bleiben und die Asteroiden später unabhängig von anderern wiedergefunden und »besser« beobachtet werden sollten, bekommt der Kleinplanet u.U. eine neue Nummer und der alte Entdecker wird vergessen.

Die Organisatoren der International Astronomical Search Collaboration haben aber Verbesserungen der Abläufe angekündigt, auf dass die Chancen steigen, dass ein Schüler eines Tages einmal einen selbst gefundenen Asteroiden auch tatsächlich taufen darf. Und demnächst sollen deutsche Schulen an der Auswertung von Bildern des neuen Hawaii-Teleskops PanSTARRS 1 beteiligt werden.

Daniel Fischer

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %> (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
4.9. 20:15 Phoenix Herr der Himmelsscheibe – Der Jahrhundertfund von Nebra 60min 5.9.: 18:00
11.9.: 13:15
21:15 Phoenix Galileo Galilei und Leonardo da Vinci – Pisa und Santa Maria delle Grazie, Italien 30min 5.9.: 19:00
11.9.: 14:00
6.9. 2:05 ZDF Leschs Kosmos: Alles strahlt 15min 10.9.: ZDF neo: 1:05
7.9. 9:30 HR Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Edwin Powell Hubble – Das expandierende Universum 15min
8.9. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Woher kommt unser Wissen über das All? 15min 9.9.: 1:45, 8:15
10.9. 22:00 arte Hubbles abenteuerliche Rettung 55min
13.9. 1:25 ZDF Leschs Kosmos: Wenn Du wüsstest, was ich denke 15min 13.9.: 5:15
17.9.: ZDF neo: 1:10
21:30 3sat Gefährlicher Stern – Die Erforschung der Sonnenstürme 30min
15.9. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Ist das Weltall leer? 15min 16.9.: 1:45, 8:15

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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Bei den Objekten der Saison (OdS) sind Sternfreunde aller Erfahrungsstufen aufgerufen, ihre Ergebnisse zu in interstellarum vorgestellten Objekten einzusenden. Für die Dezember-Ausgabe stehen der Hexenkopfnebel IC 2118 und der Reflexionsnebel M 78 an, die beide schon am Morgenhimmel zu finden sind. Noch haben sehr wenig Resultate die Redaktion erreicht – senden Sie uns Ihre Beobachtungen! Machen Sie mit – wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer!

Hier können Sie Ihre Ergebnisse einsenden:

Zeichnungen und Beobachtungsbeschreibungen: www.interstellarum.de/ods.asp?Maske=2

Fotos: www.interstellarum.de/ods.asp

 

Bisher eingesandte Ergebnisse:

IC 2118: www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=IC 2118

M 78: www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 78

 
 
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Sternatlas:
www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=54
 

Als erster Titel zum zehnjährigen Bestehen des Oculum-Verlages ist der Fotografische Sternatlas von Axel Mellinger und Ronald Stoyan nun erschienen. Vorbestellungen beim Verlag werden ab kommender Woche ausgeliefert, das Buch ist dann auch im Buchhandel erhältlich. Unentschlossene haben die Möglichkeit, es am Oculum-Stand auf der Astronomie-Messe AME in Villingen am 18.9. in Augenschein zu nehmen.

Im Übergröße-Format 25cm × 34cm ist der gesamte Himmel auf 82 Kartenblättern in einheitlichem Maßstab gezeigt – jedoch keine Computerkarte, sondern der »echte« Sternhimmel bis zu einer Grenzgröße von 14m. Alle ca. 1500 Deep-Sky-Objekte, die sich auf den Karten identifizieren lassen, sind auf invertierten Versionen der Atlasseiten verzeichnet. Zusätzlich sind 2500 Sterne, Doppelsterne und Veränderliche markiert. Der Preis für die gebundene Hardcover-Ausgabe beträgt 39,90 Euro.

Buchvorstellung: www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=54

Beispielseiten: www.oculum.de/oculum/dia.asp?Nr=978-3-938469-42-2&Dia=0