Ausgabe 61
13. Juni 2008
Aktuelle Ereignisse
Wichtige Astronomische Ereignisse vom 13.6. – 27.6.2008
18.6. 19:30:33 MESZ Vollmond
20.6. 21:42:09 MESZ Pluto in Opposition
21.6. 01:59:25 MESZ Sommeranfang
26.6. 14:09:51 MESZ Mond Letztes Viertel
27.6. 04:30:00 MESZ Juni-Bootiden
Auszug aus: »Das Astronomische Jahr 2008«, interstellarum-Jahrbuch. Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg).

Doppelter Schattenvorübergang auf Jupiter

Der doppelte Schattenvorübergang am 15./16.6.2008 (aus: Das Astronomische Jahr 2009).

Kurz nach Mitternacht eröffnet Europa den Reigen der Jupitermondereignisse in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni, an dem alle vier Galileischen Monde beteiligt sind. Um 0:26 MESZ wird Europas Schatten am Westrand von Jupiter etwa beim nördlichen äquatorialen Band (NEB) sichtbar. Wenige Sekunden später wird westlichen des Jupiter Io verfinstert. Im Gegensatz zu der Verfinsterung von Ganymed am 22. Mai taucht Io vor seiner Bedeckung jedoch nicht mehr aus dem Jupiterschatten auf – ein deutliches Indiz, dass die Opposition näher rückt. Ab 0:42 MESZ zeigt sich auch der Schatten Ganymeds etwas nördlich von Europas Schatten auf der Wolkenoberfläche von Jupiter. Der Höhepunkt des Spektakels tritt um 2:56 MESZ ein, wenn sowohl Europa und Ganymed vor der Jupiterscheibe durchziehen als auch ihre Schatten auf der Wolkenoberfläche sichtbar sind. Wenn um 3:15 MESZ Io auf der Westseite des Jupiters wieder auftaucht, sind wieder alle vier Galileischen Monde sichtbar. Um 4:22 MESZ, bereits in der Dämmerung, zeit sich auch noch der Schatten von Kallisto auf dem Jupiterscheibchen.

Peter Friedrich

Langes Sonnenminimum

Gerade lässt sich mal wieder eine kleine Fleckengruppe (AR 998) auf der Sonnenscheibe blicken, aber das Minimum der Sonnenaktivität dauert nun schon so lange, dass ein paar Sonnenforscher unruhig werden: Auf einer Tagung in Montana wurde die Flaute beklagt, und erste Gedanken an die prinzipielle Möglichkeit einer Wiederkehr langer nahezu totaler Ausfälle der magnetischen Aktivität wie im Maunder-Minimum des 17. Jahrhunderts wurden laut. Der führende Sonnenprognostiker der amerikanischen Wetterbehörde NOAA hatte dagegen noch einen Monat früher kein ungewöhnlich langes Minimum gesehen, hingegen sei die Fleckenzahl tiefer gesunken als typischerweise, was bei erfahrenen Beobachtern den Eindruck einer exzessiven Flaute aufkommen lasse. Trotz Jahrhunderten lückenloser Überwachung ist die Sonnenaktivität scheint’s immer noch für Überraschungen gut – und das Verständnis des Sonnenmagnetfelds und seiner Entwicklungsprinzipien verbesserungswürdig. Daniel Fischer

Veröffentlichung: www.montana.edu/cpa/news/nwview.php?article=5982
Die Meinung der NOAA: http://cosmos4u.blogspot.com/2008/05/sun-does-not-cooperate-in-helping.html
Meldungen aus der Forschung

Milchstraße ist eine zweiarmige Balkenspirale

Seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben sich Generationen von Astronomen bemüht, die Gestalt der Spiralgalaxie zu ergründen, in der Sonne und Erde sitzen: eine enorm schwierige Aufgabe, denn die Spiralarme überlagern sich aus uns unserer Perspektive natürlich allesamt, und außerdem behindert interstellarer Staub den Blick in der Milchstraßenebene. Es waren daher die durch diese Absorption kaum gestörten Radioastronomen, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts erstmals überhaupt eine schemenhafte Spiralstruktur nachweisen konnten, doch bis heute blieb ihre wahre Gestalt kontrovers. Gleich drei Dutzend verschiedene Modelle unserer Galaxis zeigte etwa ein entnervter Astronom noch kürzlich auf einem Tagungsposter, die alle irgendwie zu den Beobachtungen passten. Am populärsten war zuletzt die Vorstellung von vier ausgeprägten Spiralarmen, die nach ihrer Lage am Himmel Norma, Scutum-Centaurus, Sagittarius und Perseus getauft wurden; die Sonne sitzt dabei zwischen den letzteren beiden Armen in einem partiellen Arm. Das Spitzer Space Telescope hat nun eine ganz neue Herangehensweise möglich gemacht – und das Bild mit den vier Armen vermutlich widerlegen können. Zu den Hauptaufgaben des NASA-Satelliten gehörten mehrere systematische Himmelsdurchmusterungen, und für eine davon waren 800000 Aufnahmen eines Drittels des Milchstraßenbandes gemacht worden, 130° lang und 2° breit.

Mehr als 110 Millionen einzelne Sternen sind in diesem gewaltigen Mosaik enthalten, kaum beeinflusst von Staubabsorption, und mit ihnen lässt sich eine Menge Statistik betreiben. Je nach Blickrichtung kann man die Sternzahl pro Fläche in Abhängigkeit der vermuteten Spiralstruktur der Milchstraße voraussagen und dies mit der tatsächlichen Spitzer-Karte vergleichen. Zum Perseus-Arm sagt sie wegen seiner Lage »hinter« uns nichts aus, der Scutum-Centaurus-Arm macht sich in den Sternzahlen klar bemerkbar – aber die anderen beiden Arme fehlen komplett! Jedenfalls was Spitzer-kompatible und auch im sichtbaren Licht helle Sterne betrifft, junge heisse ebenso wie Rote Riesen: Als neues Bild der Milchstraße ergibt sich eine zweiarmige Spirale, wobei beide Arme symmetrisch an den Enden eines zentralen Balkens beginnen, der schon länger bekannt ist. Zwischen diesen beiden Hauptarmen Scutum-Centaurus und Perseus liegen dann zwei gasreiche aber von wenigen Sternen gezierte Arme, die zwar Radioastronomen auffallen, zum visuellen Eindruck der Milchstraße von außen aber kaum beitragen würden. Noch ist die Datenanalyse im Fluss, und das nun auf einer großen Astrotagung in Saint Louis präsentierte Bild ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber unsere Milchstraße stellt sich jetzt als eine ordentlichere Balkenspirale dar, als es zuvor den Anschein hatte.

Daniel Fischer

Pressemitteilung zu der Spitzer-Auswertung: www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2008-094
Zweifel an der neuen Theorie: www.skyandtelescope.com/news/19599619.html
Das Riesenmosaik der Milchstraße: www.spitzer.caltech.edu/Media/releases/ssc2008-11/release.shtml

Zwergplaneten jenseits von Neptun sind »Plutoide«

Diese Aufgabe war übrig geblieben nach dem turbulenten Abstimmungsmarathon zur Neuorganisation des Planetensystems auf der Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im August 2006 in Prag. Man hatte damals bekanntlich beschlossen, die nicht-kometaren Begleiter der Sonne in Planeten (8 Stück), Zwergplaneten (zunächst einmal 3) und Kleinplaneten einzuteilen, und – sozusagen zu Ehren des nun »nur« noch als Zwergplaneten geführten Pluto – all jene Zwergplaneten in seinem Bereich des Sonnensystems mit einem Extrabegriff zu kennzeichnen, der seine Rolle ihr Prototyp kennzeichnen sollte. Letzterer »Trostpreis« kam bei der Abstimmung glatt durch, doch der vorgeschlagene Ausdruck »plutonian objects« fand keine Mehrheit. Nach langen Diskussionen haben sich die für die Nomenklatur im Sonnensystem zuständigen Gremien der IAU jetzt auf »plutoids« geeinigt, was auf Deutsch wohl Plutoiden oder Plutoide geschrieben werden sollte. Ob dieser Begriff ebenso weite Verbreitung wie Zwergplaneten finden wird, wird sich noch zeigen müssen: Eigentlich ist er überflüssig, weil – mangels großer Asteroiden im Hauptgürtel – stets gelten wird: Plutoiden gleich Zwergplaneten minus Ceres. Viel interessanter ist da die Frage, wann denn die Zahl der Zwergplaneten bzw. Plutoiden endlich offiziell steigen wird: Mit den beiden nahezu Pluto-großen Transneptunen 2003 EL61 und 2005 FY9 gibt es schon lange zwei Anwärter, die selbst in der Fachliteratur zuweilen schon als Zwergplaneten angesprochen werden.

Hier hat die IAU noch keine Entscheidung getroffen, wohl aber die Weichen für schnelle Beschlüsse gestellt. Denn es wurde festgelegt, dass jeder neuentdeckte Transneptun, dessen Absoluthelligkeit größer als +1,0M ist, zunächst einmal als Plutoid betrachtet werden solle: Das bedeutet, dass nicht die Gremien, die sonst Unmengen von Kleinplanetennamen vergeben, für seine Taufe zuständig sind, sondern ein aufwändigerer Prozess in Gang gesetzt wird, um einen »ordentlichen« Namen zu garantieren (bei dem der Entdecker aber ebenfalls ein Vorschlagsrecht hat). Die beiden Kandidaten erfüllen mit Absoluthelligkeiten um 0 eindeutig dieses Kriterium und werden, wie der Chef der ganzen Prozedur, Ted Bowell, gegenüber interstellarum erläutert, wohl auch in Bälde zu Plutoiden-Ehren kommen. Sollte die weitere Forschung allerdings bei ihnen oder anderen Groß-Transneptunen zu dem Schluss gelangen, dass sie das zentrale ursprüngliche – und natürlich weiter geltende – Zwergplaneten-Kriterium nicht erfüllen, nämlich unter ihrer eigenen Schwerkraft ein hydrostatisches Gleichgewicht und ungefähre Kugelform angenommen zu haben, dann werden sie wieder zu normalen Kleinplaneten degradiert. Ihren ursprünglich verliehenen Namen würden sie in diesem Falle aber behalten. Wie nicht anders zu erwarten, brach nur Stunden nach der Mitteilung der IAU die 2006-er Debatte erneut aus, und die immer noch auf einer vollwertigen Planetennatur Plutos Beharrenden – inklusive des Chefs der Plutosonde New Horizons – gaben manch Unflätiges zu Protokoll. Dabei waren doch gerade sie es gewesen, denen die IAU mit der Kategorie der Plutoiden Trost spenden wollte...

Daniel Fischer

Pressemitteilung der IAU: www.iau.org/public_press/news/release/iau0804
Stellungnahme des Entdeckers von Eris: www.mikebrownsplanets.com/2008/06/plutoid-fever.html
Die Vorgänge von 2006 im Detail: www.oculum.de/newsletter/astro/000/20/4/24.pluto.htm#1

Supernovae der Vergangenheit in ihren Lichtechos ertappt

Von den großen Sternexplosionen vergangener Jahrhunderte in der Milchstraße zeugen heute nur noch schwach glimmende Supernovaüberreste und vielleicht Neutronensterne in deren Mitte: Das galt bisher. Aber es kann noch einen dritten Zeugen geben: Wenn das grelle Licht der Explosion selbst von Staub zwischen uns und der Supernova gestreut wird, dann ist der Lichtweg etwas länger, und noch nach hunderten von Jahren können uns »Echos« dieses Lichts erreichen. In anderen Galaxien wurden solche Lichtechos schon etliche beobachtet, zum Beispiel bei der Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke, doch die Suche vor unserer galaktischen Haustür verlief lange vergebens. Immerhin konnte 2005 ein infrarotes Aufglühen in der Nähe des Supernovarests Cassiopeia A beobachtet werden: Der Blitz der Explosion hatte Staubwolken aufgeheizt, deren Wärmestrahlung nun als vergängliches Muster vom Supernovarest wegzurasen scheint. Zeitgleich melden nun zwei Forschergruppen die ersten Nachweise von Lichtechos in der Milchstraße im sichtbaren Licht: Die Strahlung von Tychos Supernova von 1572 ist als wandernde Filamente zu sehen und ebenfalls Lichtflecken von jener mysteriösen Explosion, bei der Cas A entstand und die im 17. Jahrhundert allenfalls ein einziger Astronom mitbekommen hatte. Bei Cas A ist es vor allem auch zum ersten Mal gelungen, ein optisches Spektrum des Lichtechos aufzunehmen und der Natur der Explosion auf den Grund zu gehen.

Der oben beschriebene Infraroteffekt wurde dazu gezielt ausgenützt: Man überwachte ihn mit dem Spitzer Space Telescope und wartete, bis eine Staubwolke besonders hell aufleuchtete. Dann richtete man eines der größten optischen Teleskope der Erde auf diese Stelle, das japanische Subaru-Teleskop. Eile war geboten, weil die Echos schnell weiterziehen. Die Aufnahme von Spektren gelange eindeutig das Licht einer Supernova, und zwar einer Verwandten der Supernova 1993J. Sie ist der Prototyp der Supernova-Klasse IIb mit sowohl Wasserstoff- als auch Helium-Emission, weil der Stern vor seiner Explosion einen Großteil seiner Wasserstoffhülle verloren hat. Nimmt man die seinerzeit ungestört in Messier 81 beobachtete SN 1993J als Maßstab, die eine absolute Maximalhelligkeit von –17,5M erreichte, und berücksichtigt man die 8 Größenklassen Staubextinktion in Richtung von Cas A, dann ergibt sich, dass die Supernova seinerzeit (es muss nach der Expansionsrate des Überrests im Jahre 1681±19 gewesen sein) nur eine maximale scheinbare Helligkeit von +3,2m am Himmel erreichte und dies auch nur für kurze Zeit. So wird plausibel, warum sie damals wohl alle Welt übersehen hat – mit Ausnahme des Astronomen Flamsteed möglicherweise, der just an ihrem Ort 1680 einen Stern 6. Größe verzeichnete, der heute fehlt. Vor allem aber wissen wir nun, welcher Art von Sternexplosion wir jenen Supernovarest verdanken, der wegen seiner Nähe (rund 10000 Lichtjahre) und Jugend besonders gut zu untersuchen ist.

Daniel Fischer

Die Cas-A-Lichtechos: http://arxiv.org/abs/0805.4557
Pressemitteilung: www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2008/PR080529/PR_080529_de.html
Pressemitteilung: http://cfa-www.harvard.edu/press/2008/pr200811.html

Ist die Milchstraße nur noch halb so schwer?

In diesem Fall liegen Welten zwischen der wissenschaftlichen Originalarbeit und der offiziellen Pressemitteilung dazu – eine halbe Milchstraße, um genau zu sein. Mit großem Aufwand hatten 17 Astronomen anhand von 2401 ausgewählten speziellen Sternen und Modellrechnungen zur Bildung von Galaxien die Rotationskurve des Halos unserer Milchstraße aus Dunkler Materie neu bestimmt und gefunden, dass in ihm insgesamt 1,0(+0,3/–0,2) Billionen Sonnenmassen stecken: Diese Zahl fällt genau in die Mitte des in den letzten Jahren mit diversen Methoden bestimmten Wertebereichs von ½ bis 1½ Billionen und liegt nur im Vergleich mit der Gesamtheit vieler älterer Massenbestimmungen an deren unterer Grenze. Trotzdem behauptete ein an der Studie beteiligtes Max-Planck-Institut keck in einer Pressemitteilung, das Milchstraßensystem habe »die Hälfte seiner Masse verloren!« Was zwar das gewünschte Medienecho auslöste, aber nicht eben zur Erkenntnis beitrug... Daniel Fischer

Die Originalarbeit: http://arxiv.org/abs/0801.1232
Pressemitteilung des MPIA: www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2008/PR080527/PR_080527_de.html

Epsilon Aurigae vor der nächsten Finsternis

Der seltsamste Bedeckungsveränderliche der Milchstraße ist bald wieder so weit: Um den 6. August 2009 müsste die nächste Finsternis beginnen, die nur alle 27 Jahre einmal eintritt – und bei der man bis heute nur schemenhaft weiß, was für ein dunkles Riesenobjekt eigentlich für die Bedeckung des Hauptsterns von Epsilon Aurigae verantwortlich ist. Diesmal werden einerseits ausgefeilte Instrumente wie optische Interferometer versuchen, den Bedeckungsvorgang räumlich aufgelöst zu verfolgen, während zugleich die Öffentlichkeit im Rahmen des Internationalen Jahres des Astronomie zu eigenen Beobachtungen des Generationen-Phänomens aufgerufen ist: Immerhin geht die Helligkeit des leicht zu findenden Fuhrmann-Sterns um etwa 0,7m zurück. Rasante Veränderungen in diesem Sternsystem scheinen auch darauf hinzudeuten, dass es Mitte des Jahrhunderts zu möglicherweise explosiven Prozessen kommen könnte: Die Beobachtungen der nächsten Finsternis 2009–11 sind um so wichtiger. Daniel Fischer

Rätsel und Links: http://cosmos4u.blogspot.com/2008/06/real-demon-star-epsilon-aurigae-next.html

Exoplanet mit der kleinsten Masse?

Leider sind die Daten nicht besonders, weil das Linsenphänomen zu spät entdeckt und auch nur von einem Teleskop verfolgt werden konnte – aber es hat den einen oder anderen Rekord aufgestellt. Der Stern, der im Mai 2007 vor einem Hintergrundstern herzog und seit Licht verstärkte, hatte 0,06(+0,03/–0,02) Sonnenmassen und war daher mit hoher Wahrscheinlichkeit gar keiner, sondern ein Brauner Zwerg (mit unter 0,08 Sonnenmassen). Und sein Planet, der zur Lichtverstärkung ebenfalls beitrug, hatte 3(+5/–2) Erdmassen: Damit könnte er die bisher masseärmsten Exoplaneten, die mit direkteren Methoden entdeckt wurden und 4 bis 5 Erdmassen hatten, zwar knapp unterboten haben, sicher ist dies wegen der enormen Fehlerbalken aber nicht. Auf jeden Fall ist seine »Sonne« das masseärmste Objekt, bei dem bisher ein Planet festgestellt werden konnte. Wenn man ihn überhaupt so nennen darf: Nach einer gebräuchlichen – wenn auch noch nicht IAU-abgesegneten – Definition muss ein Exoplanet um einen richtigen Stern mit Wasserstoff-Fusion kreisen. Daniel Fischer

Pressemitteilung: www.nd.edu/~bennett/moa07blg192
Nachrichten aus der Astro-Szene
Terminkalender vom 13.6.2008 – 27.6.2008
14.6–15.6. 11. Kleinplanetentagung, Starkenburg-Sternwarte Heppenheim www.kleinplanetenseite.de
14.6. Norddeutscher Astrofotografen-Treff (NAFT), Gemeindehaus Wardenburg, Friedrichstr. 55, 26203 Wardenburg www.naft.de

ATT-Nachlese

Am 31. Mai fand in der Gesamtschule Bockmühle in Essen zum 24. Mal der ATT statt. Was einst als Astronomischer Tausch- und Trödeltreff begann, organisiert von Sternfreunden aus der Ruhrstadt, hat sich mittlerweile zu einer der größten Veranstaltungen ihrer Art in Europa entwickelt. Fast alle namhaften deutschen Astrohändler waren mit einem Stand vertreten und boten ihre Waren feil, zahlreiche internationale Anbieter aus England, Holland, Belgien, Frankreich und Italien ergänzten das Angebot. Von kleinen Anfängergeräten bis hin zu großen Dobson-Teleskopen, von kleinen Schnäppchen bis zu mehrere Tausend Euro teure Ausrüstungen standen zum Kauf bereit. Daneben gab es wieder unzählige Stände von Astronomievereinen, die nicht nur aus der Region stammten, und die auf diesem Wege auf sich aufmerksam machten und ihre Arbeit darstellten.

Als besondere Neuheiten waren die Sonnenteleskope der Firma Lunt, die neuen Apochromate von Meade und beeindruckende Sonnenspektrographen aus Frankreich zu sehen. Gegenüber früheren Jahren war zwar zu beobachten, dass deutlich weniger Sternfreunde die Messe besuchten, die Anwesenden dafür aber eine geringere Kaufzurückhaltung an den Tag legten. Gegen den Trend steigt der Anteil ausländischer Besucher an, insbesondere niederländische Gäste kamen in großer Zahl.

Manfred Holl und Ronald Stoyan

Einnordmatte zur Montierungsaufstellung

Ein neuartiges Hilfsmittel zur Vereinfachung der korrekten Einnordung von parallaktischen Montierungen wird derzeit bei Ebay angeboten. Es handelt sich um eine dreieckige Matte mit Ringösen entlang den Außenseiten, in die die Spitzen der Stativbeine eingestellt werden können. Ein auf der Matte befindlicher Kompass erlaubt auf wenige Grad genau die Ausrichtung in Richtung Norden. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich bei dem Kompass um ein eher einfaches, aber ausreichend genaues Modell. Es ist nicht fest mit der Matte verbunden und kann bei Bedarf vom Nutzer gegen einen evtl. schon vorhandenen Kompass getauscht werden. Die Matte ist aus wetterfestem und abwaschbarem Kunststoff hergestellt, die Ringösen sind aus Messing, rostfrei und nicht magnetisch. Das Produkt wird in Deutschland angefertigt und ist patentrechtlich geschützt.

Die Matte bietet sich speziell für visuelle Beobachtung an bei beengten Sichtverhältnissen (z.B. Balkon, Garten), wenn der Polarstern durch Gebäude oder Vegetation verdeckt ist. Die Genauigkeit soll aber auch für Astrofotografie mit kürzeren Belichtungszeiten bis zu zwei Minuten ausreichend sein. Im Feld ist sicher auch die Vorab-Einnordung am Tage oder in der frühen Dämmerung vorteilhaft mit anschließender Feinabstimmung durch Scheinern in der Dunkelheit. Zudem kann die Matte dann auch als saubere Ablagefläche für Zubehör genutzt werden.

Frank Gasparini

ATV fällt aus

Der 2. Astro-Technik- und Vereinstreff (ATV) findet nicht wie zunächst angekündigt am 14.6.2008 statt, sondern wird laut Information des Veranstalters nun in das 9. Herzberger Teleskoptreffen (HTT) vom 25.–28.9.2008 auf dem Sportflugplatz Falkenberg-Lönnewitz eingebunden. Frank Gasparini

»Astronomen-Nobelpreis« für deutschen Forscher

Noch sind sie nicht so bekannt wie die »richtigen« Nobelpreise, aber die Shaw Prizes für Herausragendes in all jenen Wissenschaften, die in Stockholm nicht bedacht werden, sind annähernd so hoch dotiert. Die runde Million US-Dollar in Sachen Astronomie geht dieses Jahr an den Garchinger Astrophysiker Reinhard Genzel, aufgrund seiner Erkenntnisse zum Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße. Daniel Fischer

Pressemitteilung der MPG: www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2008/pressemitteilung200806101
Homepage zu Genzels Forschungen: www.mpe.mpg.de/ir/GC/index.php
TV-Hinweise (von Manfred Holl)
13.6. 22:45, BR alpha Das Einstein-Projekt (1/6): Die frühen Jahre (15 min.), Wdh. 14.6. 1:45
15.6. 07:45, Eins Plus Deutsche Raketenpioniere und der Flug zum Mond (15 min.), Wdh. 15.6. 20:15, 17.6. 6:00, 13:00, 21:00, 21.6. 2:30, 25.6. 13:00, 21:00
20:00, BR alpha Alpha Centauri: Fressen Schwarze Löcher Sterne? (15 min.)
16.6. 4:00, 3SAT Wettlauf zur Venus (45 min.)
11:45, BR-alpha Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Die Kraft, die keine ist – Gaspard de Coriolis (15 min.), Wdh. 18.6. 08:15
18.6. 11:00, BR alpha Straßennamen: Keplerstraße: Das Hundeleben des Johannes Kepler (45 min.)
22:45, BR alpha Alpha Centauri: Was sind Naturgesetze? (15 min.), Wdh. 19.6. 1:45, 22.6. 20:00
19.6. 19:15, BR alpha ALL-Wissen: Unser Sonnensystem (30 min.), Wdh. 20.6. 9:30
22:45, BR alpha Das Einstein-Projekt (2/6): Das Wunderjahr (15 min.), Wdh. 20.6. 1.45
20.6. 20:15, 3Sat Woher kommt die Welt? – Die Entstehung des Kosmos (45 min.)
21.6. 21:00, ZDF doku Gibt es Leben auf dem Mars? (30 min.), Wdh. 22.6. 6:45, 23.6. 11:30, 20:30, 24.6. 1:15, 25.6. 8:00, 26.6. 10:45, 27.6. 2:45
21:30, ZDF doku Wettlauf im Weltall – Europa zwischen Erde, Mond und Mars (25 min.), Wdh. 22.6. 7:15, 13:45, 17:29, 23.6. 12:00, 24.6. 3:45, 20:30, 25.6. 9:00
21:55, ZDF doku Der lange Weg zum Mars (30 min.), Wdh. 22.6. 7:40, 19:15, 23.6. 13:45, 24.6. 3:15, 25.6. 8:30, 26.6. 11:45
22:25, ZDF doku Neue Augen für das Universum (30 min.), Wdh. 22.6. 8:10, 23.6. 5:30, 10:30, 24.6. 13:45, 25.6. 0:45, 26.6. 11:15
22:55, ZDF doku Odyssee ins All: Expedition zum Mars (40 min.), Wdh. 22.6. 8:40, 23.6. 18:45, 24.6. 9:45, 25.6. 0:00, 7:15, 13:45, 15:30, 26.6.: 2:30, 27.6. 12:15, 17:15
22.6. 00:05, ZDF doku Odyssee ins All (1): Der Ursprung des Lebens (45 min.)
00:50, ZDF doku Odyssee ins All (2): Oasen im Universum (45 min.)
01:35, ZDF doku Odyssee ins All (3): Marsmenschen (45 min.)
23.6. 11:45, BR alpha Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Planet aus Sternenstaub – De Laplace und die Entstehung der Erde (15 min.), Wdh. 25.6. 8:15
25.6. 22:45, BR alpha Alpha Centauri: Was sind Polarring-Galaxien? (15 min.), Wdh. 19.6. 1:45, 22.6. 20:00
26.6. 19:15, BR alpha ALL-Wissen: Die Bahnen der Planeten (30 min.), Wdh. 27.6. 9:30
Mitteilungen der Redaktion

astroeinstieg.de geht online

Die interstellarum-Redaktion hat ein neues Internetportal für Einsteiger in die Praktische Astronomie auf den Weg gebracht. Unter astroeinstieg.de finden angehende Hobby-Astronomen eine Sammlung von Anleitungen für erste Schritte: Vom Kennenlernen des Sternhimmels über den Kauf eines Teleskops bis zum Erstellen schöner Fotos.

Diese 10 Artikel von erfahrenen Praktikern sind als Einsteiger-Serie in der Zeitschrift interstellarum erschienen. Zu jedem Beitrag gibt weiterführende Internet-Links sowie Literaturtipps. astroeinstieg.de soll um weitere Inhalte ergänzt und zu einem umfassenden Angebot ausgebaut werden.

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